Das Desaster

Bei den Abbrucharbeiten des BayWa-Verwaltungsgebäude und des Lagerhauses wollte unser Bürgermeister Geld sparen. Er verzichtete auf eine externe Bauleitung und übernahm die Aufgabe des Bauleiters selbst.

Der Beruf des Bauleiters ist eine verantwortungsvolle und anspruchsvolle Tätigkeit. Er koordiniert und überwacht die Bauarbeiten. Am Ende des Bauvorhabens, hier die Abbrucharbeiten, führt er eine Qualitätskontrolle durch, ob alles fachgerecht ausgeführt wurde. Danach wird ein Abnahmeprotokoll erstellt.

Ohne die Überwachung durch einen qualifizierten Bauleiter sind, wie zu erwarten, einige gravierende Fehler passiert.

Die Abbruchfirma hat verbotenerweise belastetes Abbruchmaterial im Grundwasserbereich der Baugrube eingefüllt. Fundamentreste und kleinere Bauwerke (Absetzgrube) wurden nicht entfernt. Laut RC-Leitfaden und Richtlinien darf Recyclingmaterial RW1 nicht im Grundwasserbereich eingebaut werden. Das eingebaute Material wurde nicht verdichtet und es wurden keine Lastplattendruckversuche (Verdichtungsgradprüfung) durchgeführt. Somit wurde die ausgeschriebene Leistung nicht erbracht.

Einem, wie eigentlich bei solch schwierigen Abbrucharbeiten üblich, beauftragten fachkundigen Bauleiter wären diese eklatanten Fehler und Mängel sofort aufgefallen und abgestellt worden.

Jetzt haben wir den Salat! Der Erwerber hat das Baugrundstück nicht im vertraglich vereinbarten Zustand bekommen und musste erst einmal die gesamte Verfüllung wieder ausheben und seitlich lagern. Nun stellte sich die Frage, wer ist jetzt für den belasteten Boden zuständig und wer zahlt die Abfuhr und Entsorgung.

Solange die Gemeinde keine rechtliche Handhabe gegenüber der Abbruchfirma erreicht, zahlt die Gemeinde. Kosten, die nicht im Haushalt vorgesehen sind.

Und das alles nur, weil unser Bürgermeister meinte, dass er alles kann und alles besser weiß.

2 Kommentare

  1. Vielen Dank an die Betreiber der pro-burghaslach Website! Euere Beiträge sind sehr informativ, aufschlussreich und kritisch.
    Sicher gibt es einige Bürger die wenig Verständnis für eure faktischen Einblicke in das politischen Geschehen der Marktgemeinde aufzeigen. Doch wer sich ernsthaft damit auseinandersetzt, sieht diese Kritik als durchaus berechtigt.
    Dass es Herr Luther mit der Wahrheit nicht allzu christlich nimmt, hat er in der Vergangenheit schon des Öfteren bewiesen. Er hat das Talent Sachverhalte so zurechtzubiegen bis diese seinem Verständnis der Richtigkeit entsprechen. Scheinbar versteckt sich hinter seinem wenig respektierlichen Verhalten mangelnde Kompetenz, gepaart mit der Unfähigkeit Kritik anzunehmen und konstruktiv zu handeln.
    Von einem Bürgermeister in Vollzeit erwartet man volles Engagement für seine Gemeinde.
    Ein Projekt wie das „Blühpaket“ zu ignorieren, zeigt auch wie wenig Verständnis für die Notwendigkeit eines Umdenkens in Sachen Naturschutz und Umwelt vorhanden ist. Dies betrifft leider auch einen Großteil der Gemeinderäte. Unzureichend informiert, desinteressiert sitzen Sie einmal monatlich am „runden Tisch“, wie Statisten in einem schlechten Film. Hauptsache der jeweilige Ortsteil ist physisch vertreten… Bei anderen Themen hat man ebenfalls den Eindruck die Damen und Herren sind meist mit den jeweiligen Sachverhalten überfordert.
    Konstruktive und sachliche Vorschläge werden in dieser konservativen Runde nicht geduldet und mit Ignoranz, sowie destruktiver Kritik bestraft.
    Fortschrittlich, modern oder gar innovativ kann sich unsere Gemeinde nicht nennen. Wir stecken fest in althergebrachten, bequemen Denk- und Handlungsweisen.
    Eine Kommune ist ja ein Stück weit auch ein Unternehmen. Um dieses erfolgreich zu führen benötigt es kluge Köpfe, Engagement, Ehrlichkeit, Akzeptanz, Innovation und Weitblick mit dem Willen zur Kooperation. So hätte man das Baywa-Desaster verhindern können. Zudem ist es ein Garant für unsere Marktgemeinde Burghaslach und seinen Bürger auch Projekte außerhalb der üblichen Verwaltungsaufgaben umzusetzen. Ein positives Beispiel ist hier die Gemeinde Langenfeld. Man bedenke, Herr Streng ist kein Vollzeit-Bürgermeister!

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