Gemeinderatssitzung 11. März 2019
Neubaugebiet für bis zu 80 Bauplätze
Am 11.03.2019 debattierte der Gemeinderat Burghaslach über ein Gestaltungskonzept für die Fortentwicklung des Baugebietes Poppenleiten.
Zu Gast war ein Mitarbeiter eines Würzburger Ingenieurbüros, welches mit der Überplanung von einer etwa 9,4 Hektar großen Fläche, die sich direkt an das bestehende Neubaugebiet in östlicher Richtung anschließt, beauftragt ist.

Geobasisdaten: Bayerische Vermessungsverwaltung 1909-438
Die Planungen schienen weit fortgeschritten. Im Wesentlichen ging es darum, wie die Straßenführungen in dem neuen Areal aussehen könnten.
Der Gastredner stellte den Gemeinderäten vier Varianten vor, welche je nach Ausführung und Zuschnitt der einzelnen Grundstücke bis zu 80 Bauplätze ergeben können.
Probleme wurden angesprochen
Hebeanlage notwendig
Einige Gemeinderäte äußerten sich kritisch zu bestehenden Problemen.
Das neue Baugebiet fällt im östlichen Bereich ab. Dort beginnt die steile Abfahrt Richtung Niederndorf, ein Flurbereinigungsweg, der heute schon von vielen Kfz-Lenkern genutzt wird, da es die kürzere Verbindungsstrecke in Richtung Autobahn ist.
Um die künftigen Anwesen in diesem Bereich entwässern zu können, ist eine Hebeanlage nötig, die das Abwasser zurück in die Fürstenforster Straße pumpt.
Die jährlichen Betriebs- und Unterhaltskosten des Pumpwerks wurden nicht thematisiert.
Ein neuer Abwasserstrang in Richtung Vorklärwerk Niederndorf ist nicht geplant, obwohl das Gelände in Richtung Niederdorf abfällt und der bestehende Kanal in der Fürstenforster Straße marode und überlastet ist.
Zufahrt zum Baugebiet
Kritische Stimmen wurden hinsichtlich der Zufahrt zum geplanten Neubaugebiet laut.
Die bis zu 80 zusätzlichen Bauplätze sollen weiterhin einzig über die Fürstenforster Straße angebunden werden.
Dabei sind die Anwohner der Fürstenforster Straße bereits jetzt einer starken Verkehrsbelastung ausgesetzt.
Eine Messung zählte 10.000 Fahrzeuge in eine Richtung innerhalb einer Woche. Selbst der Bürgermeister zeigte sich überrascht über die hohe Anzahl gemessener Fahrzeuge.
10.000 Fahrzeuge in einer Woche bedeuten durchschnittlich 59 Fahrzeuge in einer Stunde.
Da der Verkehr aber nicht nur in eine Richtung rollt, müsste man diesen Wert verdoppeln.
Die Auswertung der Verkehrsmessung deckt sich mit den privaten Zählungen einiger Anwohner, die innerhalb einer Stunde 109 Autos registrieren konnten.
Das ist keine einzelne Härte, wie es der Bürgermeister in einer Stellungnahme bezeichnete. Das ist eine unzumutbare Härte für einen ganzen Straßenzug – und für einen Schulweg!
Eine zweite Zufahrt wurde vom Bürgermeister aus Kostengründen kategorisch abgelehnt. „Dann können wir uns das Baugebiet nicht mehr leisten.“, so seine Antwort.
Ein Baugebiet in dieser Größe benötigt zwingend mehrere Zufahrten. Hier fehlt ein tragbares Verkehrskonzept.
Knappe Entscheidung
Der Gemeinderat stimmte schließlich mit 8:6 dafür, die Planungen für das überdimensionierte Neubaugebiet fortzusetzen.
8:6 würden wir übrigens nicht als große Mehrheit bezeichnen, wie es der Bürgermeister ausdrückt. 8:6 ist die denkbar knappste Mehrheit.

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