Der Gemeinderat argumentiert, man brauche das neue Baugebiet in der geplanten Dimension, „um auch zukünftig die Infrastruktur (Grundschule, Kindergarten, Schwimmbad, Lebensmittelmärkte, Ärzte, Apotheke, Banken und vieles mehr) erhalten zu können und um sich in den Enwicklungsmöglichkeiten nicht einzuschränken.„
In Burghaslach wurden bereits Schule, Kindergarten, Freibad und Einzelhandel unterhalten, als noch niemand daran dachte, oben in der Kirschenallee Häuser zu bauen.
Um die bestehende Hausarztpraxis müssen wir uns ebenfalls keine Sorgen machen. Da keine neuen Patienten aufgenommen werden können, sind Neubürger gezwungen, sich einen Hausarzt außerhalb Burghaslachs zu suchen.
Statt Ängste zu schüren und der Bevölkerung zu suggerieren, ohne eine überdimensionierte Erweiterung des Baugebiets werde die Grundversorgung in Burghaslach zusammenbrechen, sollte sich der Gemeinderat Gedanken zu folgenden Fragen machen:
- Seit Beginn der Siedlungspolitik wachsen die Ausgaben und Folgekosten für Infrastruktur. Die Anzahl der Bevölkerung, die diese Kosten letztendlich zu finanzieren hat, bleibt jedoch konstant.
- Macht es Sinn, noch mehr Infrastruktur nebst Folgekosten herzustellen, nur um eine bestehende Infrastruktur erhalten zu können?
- Oder wäre es sinnvoller, bestehende Potenziale effektiv zu nutzen, um mittelfristig Kosten einzusparen – ohne auf die Ansiedlung von Neubürgern verzichten zu müssen?
- Wenn Burghaslach flächenmäßig wächst, die Bevölkerungszahl jedoch stagniert, ja eine Entvölkerung des Kernorts zugunsten des Siedlungsgebietes stattfindet, müsste dann nicht im Kernort immens viel Platz für Wohnraum zur Verfügung stehen?
- Wäre es nicht eine lohnende Aufgabe eines künftigen hauptamtlichen Bürgermeisters, die Vorgaben der Staatsregierung in Sachen Flächenwirtschaft umzusetzen und eine sinnvolle Innenentwicklung unseres Ortes anzugehen?
- Wie steht denn nun die Gemeinde zu den Aktivitäten der Kommunalen Allianz FRANKEN 3 in Bezug auf ein gemeinsames Flächenmanagement? Burghaslach ist Mitglied in dieser Allianz. Wenn die Aktionen der Allianz unterstützt werden, müsste die Gemeinde Burghaslach unsere im Wesentlichen identischen Vorschläge ebenfalls für gut befinden!
Hier der Wortlaut der angesprochenen Fragebogenaktion der Kommunalen Allianz FRANKEN 3 zum Flächenmanagement, wie sie im Drei-Franken-Aktuell Nr. 15, Seite 4, abgedruckt ist:
Flächenmanagement der Kommunalen Allianz FRANKEN 3
Eigentümerbefragungen per Post
Die neun Allianz-Kommunen Burghaslach, Geiselwind, Langenfeld, Markt Bibart, Markt Taschendorf, Oberscheinfeld, Scheinfeld, Schlüsselfeld und Sugenheim wollen die Innenentwicklung ihrer Orte aktiv fördern. Konkret bedeutet das, dass vorhandene Flächen und Gebäude im Innenbereich (um)genutzt und aktiviert werden, um Leerstände zu vermeiden oder zu beseitigen und damit gleichzeitig den Flächenverbrauch zu reduzieren.
Die Innenentwicklung ist gerade im ländlichen Bereich wichtig, da sich der Strukturwandel in der Landwirtschaft und der Demographische Wandel mit einer älter werdenden Bevölkerung auf die Siedlungsstruktur und die Wohnraumnutzung in den Kommunen auswirkt. Dazu kommt die aktuelle gesellschaftliche Veränderung mit neuen Wohn- und Lebensformen, denen die Städte und Gemeinden der Kommunalen Allianz FRANKEN 3 Rechnung tragen wollen.
Im Innenbereich kommt es zum Teil vermehrt zu leerstehenden Wohn- und Wirtschaftsgebäuden.
Für einen attraktiven Ortskern ist es wichtig, diese Leerstände zu (re)aktivieren und einen lebendigen Innenbereich zu erhalten. In den Siedlungsgebieten gibt es zum Teil noch einige voll erschlossene Bauplätze, die in privater Hand sind. Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach Bauland und der Erfüllung des individualisierten Wohntraumes.
Zudem stoßen Kommunen bei der Neuausweisung von Bauland immer öfter an planungsrechtliche Grenzen. Vor diesem Hintergrund und im Hinblick auf eine kontinuierliche Versiegelung von Boden gewinnt die Innenentwicklung – die Nutzung im Bestand vorhandener Flächen und Gebäude – erheblich an Bedeutung. Mit dem Aufbau eines gemeinsamen Gebäude- und Flächenmanagements wollen die neun Kommunen die Innenentwicklung in ihren über 100 Ortschaften stärken.
Aus diesem gemeinsamen Flächenmanagement leiten sich verschiedene Möglichkeiten ab. Zunächst werden die vorhanden Potenziale erhoben, um einen ersten Überblick über die Ausgangssituation zu bekommen. Darauf folgt die Ansprache von Eigentümerinnen und Eigentümern von leerstehenden Wohn- und Wirtschaftsgebäuden sowie von erschlossenen Bauplätzen. Die Städte und Gemeinden der Kommunalen Allianz FRANKEN 3 bitten schon im Voraus um Ihre Mithilfe. Wenn Sie Eigentümerin oder Eigentümer einer Potenzialfläche sind, erhalten Sie in den nächstenWochen Post. Es wird dann ein Fragebogen darin enthalten sein, in dem Sie um Angaben gebeten werden, die ihre (künftigen) Absichten mit dieser Fläche betreffen.
Bitte senden Sie diesen Fragebogen an die Kommunale Allianz FRANKEN 3 oder geben Sie ihn in Ihrem Rathaus ab! Vielen Dank im Voraus!

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