Der Bürgermeister begründet in seiner Stellungnahme im Drei-Franken-Aktuell Nr. 15 das überdimensionierte Neubaugebiet unter anderem mit diesem Satz: „Wir sind und wollen auch in Zukunft eine attraktive Wohngemeinde bleiben, um in einer ländlichen Region nicht abgehängt zu werden.“
Seitens des Gemeinderates wird immer wieder argumentiert, man brauche den Zuzug neuer Bevölkerung, um die bestehende Nahversorgung mit Grundschule, Bäcker, Ärzten etc. zu erhalten.
Vollkommen richtig! Wir brauchen den Zuzug von Neubürgern, um unsere Einzelhändler und Handwerker vor Ort zu unterstützen.
Aber diese Gewerbetreibenden haben wenig von einer reinen Wohngemeinde, welche geprägt ist von einem monströsen Neubaugebiet mit einer Bevölkerung, die morgens in ihr Auto steigt, zur Arbeit in die Stadt fährt, abends mit vollem Kofferraum heimkommt und Schwierigkeiten hat, einen Bezug zum neuen Wohnort aufzubauen.
Unsere Gewerbetreibende benötigen keine Zersiedelungsstrategien. Sie brauchen einen lebendigen Ortskern. Und Maßnahmen, die der Entvölkerung des Altortes entgegenwirken, die das traditionelle Gemeindeleben erhalten.
Erreichen können wir dies, indem wir künftig verstärkt auf eine Innenentwicklung setzen.
Die Gemeinde muss ihre bestehenden Sanierungssatzungen umsetzen, Leerständen im Ortskern entgegenwirken, innerörtliche Potenziale nutzen und kleinere Flächen, die einer Ortsabrundung dienen, als Bauland ausweisen.
Nur dann kann Burghaslach eine attraktive Gemeinde bleiben.
Burghaslach wächst – aber nur in der Fläche
Burghaslach, 2.570 Einwohner (Stand 31.12.2018), setzt seit Jahrzehnten auf ein einziges Neubaugebiet, das stetig Richtung Niederndorf erweitert wird. Dennoch wächst Burghaslach nur flächenmäßig, die Bevölkerungszahlen stagnieren.
Euerbach, eine mit Burghaslach vergleichbare Gemeinde mit 3.038 Einwohnern (Stand 31.12.2018) nahe Schweinfurt, setzt seit vielen Jahren auf die Innenentwicklung und weist seither keine Neubaugebiete aus. Die Bevölkerung wächst.


Das Datenmaterial beruht auf den Kommunalstatistiken 2018 für Burghaslach und Euerbach, jeweils herausgegeben vom Bayerischen Landesamt für Statistik.
Während in unserer riesigen Schlafsiedlung nicht einmal ein Briefkasten vorhanden ist, zeigt Euerbach, dass Wohnen in gewachsenen Strukturen attraktiv und lebendig gestaltet werden kann, viele Vorteile mit sich bringt und durchaus Menschen anzieht.
Ja, Burghaslach soll eine attraktive Gemeinde bleiben. Weitere 40 + x Bauplätze an der bestehenden Siedlung sind hierfür unsinnig. Auch kennen wir keine Wohnbauflächenbedarfsanalyse für Burghaslach, die nachweist, wie viele Bauplätze erforderlich sind. Aber wir sind überzeugt, dass Burghaslachs Zentrum genügend Potenzial besitzt, den benötigten Wohnraum zur Verfügung zu stellen.
Bitte stimmen Sie am 03. November 2019 mit JA für eine sinnvolle Ortsentwicklung in Burghaslach.

Warum haben dann so viele ( altburghaslacher)in die neue siedlung gebaut und haben nicht versucht im altort einen bauplatz bzw. Altbau zuerwerben ?
Dann würden heute noch genügend bauplätze in der ersten bzw.zweiten siedlung vorhanden sein!!!!
Warum haben dann die Initiatoren alle häuser in den siedlungen und nicht im altort?
Hallo F.
auch Ihnen vielen Dank für Ihren Kommentar.
Dazu folgende Anmerkung: 5 unserer Mitstreiter wohnen und bauten im Kernort. 2 Mitstreiter haben sich im Siedlungsgebiet ein Haus gekauft, weitere zwei vor mehr als 20 Jahren im Neubaugebiet gebaut.
Zwei Mitstreiter haben sich vor wenigen Jahren im letzten Teil ein Haus errichtet, nachdem etliche Bauvoranfragen an verschiedenensten Standorten unter fragwürdigster Argumentation vom damaligen Gemeinderat abgelehnt worden sind.
Das zeigt die Zersiedelungsproblematik, die mit überdimensionierten Baugebieten einhergeht: Teure Infrastruktur wurde erschlossen, Gelder müssen zurück in die Gemeindekassen fließen. Es ist der Sache nicht dienlich, wenn Menschen an anderen Standorten bauen möchten. Wichtig ist nur noch, die gemeindeeigenen Bauplätze zu verkaufen, egal, ob drei Bauplätze an eine Person, Mehrfamilienhäuser neben kleinen Siedlungshäusern … das alles spielt keine Rolle.
Es gibt aber auch Beispiele, die zeigen, dass es anders funktionieren kann: Der örtliche Metzger hatte zwei alte, fast zerfallene Häuser in direkter Nachbarschaft gekauft und als Ersatzbau ein schmuckes Mietshaus errichtet. Ähnlich tat es der örtliche Bäcker nur ein paar Häuser weiter.
Deshalb plädieren wir dafür, dass die Gemeinde Aktivitäten im Kernort forciert, damit unser Ortszentrum lebendig bleibt. Daneben können bestehende Baulücken geschlossen und kleinere Baugebiete, die einer Ortsabrundung dienen, erschlossen werden. Auch oben an der geplanten Stelle – aber bitte in anderer Ausrichtung und deutlich kleiner.
Im Übrigen wird sich der Leerstand auch in ehemaligen Neubausiedlungen fortsetzen. Künftig werden unter Garantie einige der älteren Siedlungshäuser zum Verkauf stehen, da die Kinder weggezogen sind und das Leben in der trostlosen Siedlung für Senioren mit zunehmenden Alter immer beschwerlicher wird.
Habe gerade Frankenschau aktuell gesehen. Es lohnt sich mal nach Litzendorf zu schauen. Die bekommen für ihr Konzept den Altort zu beleben morgen den Preis für die flächenbewusste Kommune.
K. R.
Guten Abend K.R.,
auch Ihnen vielen Dank für den Kommentar.
Litzendorf war heute auch großes Thema in der Tageszeitung. Die Gemeinde ist eine von 4 bayerischen Kommunen, die ausgezeichnet werden. Wir haben bereits eine Verlinkung unter „Hier funktioniert’s“ gesetzt.
Vielleicht verfolgen die zehn Gemeinderäte, die das Ratsbegehren noch immer unterstützen, die aktuellen Berichterstattungen und realisieren, wie Gemeinden heutzutage entwickelt werden.
Herzliche Grüße
BI Sinnvolle Ortsentwicklung