Das geplante Neubaugebiet könne, so die Gemeinde, „wirtschaftlich geschickt“ an das bestehende Baugebiet angschlossen werden. Gemeint ist die Wasserversorgung und eine Abwasserbeseitigung im Trennsystem.
Was „wirtschaftlich geschickt“ bedeutet, ist natürlich Auslegungssache. Die Finanzentwicklung in Burghaslach lässt uns diesbezüglich Schlimmes befürchten.
Wie eine Anbindung an das bestehende Baugebiet erfolgen soll, ist selbst den Fachleuten aus unserer Bürgerinitiative ein Rätsel. Ein Trennsystem besteht bislang gar nicht.
Vielmehr müsste dieses Trennsystem komplett neu geschaffen werden.
Bei einem Trennsystem kann das Schmutzwasser über eine Hebeanlage zurück in die Fürstenforster Straße gepumpt werden. Dort fließt das Abwasser in einen zu kleinen und maroden Kanal, welcher jetzt schon überlastet ist.
Für die Ableitung des anfallenden Regenwassers muss hingegen ein eigenständiges System nebst Leitung zur Haslach errichtet werden.
Im Grunde ist die Entscheidung für ein Trennsystem ja sinnvoll. Man denke nur daran, dass der Ortsteil Gleißenberg nach dem Chemieunfall nicht an die Kläranlage Schlüsselfeld angeschlossen werden konnte. Wir vermuten den Grund darin, dass unsere Einwohnerwerte nahezu ausgeschöpft sind. (Das würde auch erklären, weshalb Gewerbeansiedlungen kategorisch ausgeschlossen werden. Große Schmutzwasserfrachten dürften diese nicht produzieren.)
Nur: Problem ist nicht die Anbindung an das bestehende Baugebiet, liebe Gemeindevertreter. Problem ist der Übergang zur Fürstenforster Straße. Denn dort ist aufgrund der Reduzierung auf den kleineren Kanaldurchmesser ein Nadelöhr errichtet worden.
Wie überlastet das Abwassersystem ist, zeigt ein Spaziergang nach einem Regentag. Dann ist in der Burghaslacher Flur schon mal Toilettenpapier zu finden. Der Regenüberlauf macht es möglich.
Von einer „wirtschaftlich geschickten“ Lösung kann eigentlich nur gesprochen werden, wenn man sich mit den bestehenden Missständen zufriedengibt und die Investitionen in eine sinnvolle Abwasserbeseitigung scheut.




Der Bürgermeister in einem Kommentar, welchen wir uns weigerten zu veröffentlichen: „Auch der Kanal in der Fürstenforster Straße reicht aus-auch berechnet.“
In seiner Wahlwerbung zum Ratsbegehren wiederholte der Bürgermeister seine Äußerung nochmals öffentlich:
(Quelle: Wahlwerbung des Bürgermeisters zum Ratsbegehren)
Gemeinderatssitzung 04.11.2019, Ing. Schneider: Die Größe des benötigten Kanals steht noch nicht fest, aber dieser „muss größer sein als bisher“, 500er oder 600er Durchmesser.
Der Bürgermeister in seinem Flugblatt: „Die Planungen für den Ausbau [der Fürstenforster Straße] sind schon erfolgt.“
Herr Ing. Schneider sieht die am 04.11.2019 in der Gemeinderatssitzung vorgestellten Skizzen lediglich als „Diskussionsgrundlage“. „Pläne gibt es dann, wenn bekannt ist, was die Gemeinde möchte“, erfahren wir nach Rückfrage eines Gemeinderates.
Die Kosten für die Sanierung der Fürstenforster Straße belaufen sich nach ersten Schätzungen auf 1,1 Mio. €. Für Wasser und Kanal muss nochmals die gleiche Summe einkalkuliert werden. Der Gehweg kostet pro m² etwa 100 €.
Im Haushalt wurden laut Aussage eines Gemeinderates für den Straßenausbau 600.000 € und für die Abwassersanierung 300.000 € eingestellt – verteilt auf die Jahre 2020 und 2021.
Somit wird auch diese Rechnung nicht ganz aufgehen.
Aber bitte nicht vergessen: WIR verbreiten Lügen und Unwahrheiten!